Am Montagmorgen beißt Lena in eine noch warme Brezel, und plötzlich schießt ihr ein stechender Schmerz in den Backenzahn.
Sie ruft sofort in der Zahnarztpraxis um die Ecke an und bekommt, weil gerade jemand abgesagt hat, einen Termin für die Mittagszeit.
Im Wartezimmer riecht es nach Desinfektionsmittel, die Zeitschriften sind alt, und ihre Hände werden immer schwitziger.
Als ihr Name aufgerufen wird, pocht das Herz, doch die Helferin lächelt und liest ruhig ihre Krankenkassenkarte ein.
Der Zahnarzt fragt freundlich, wo es weh tut, hört geduldig zu und tippt mit einem Metallinstrument vorsichtig an die Zähne.
Da der Schmerz dabei stärker wird, macht er ein Röntgenbild, auf dem man ein tiefes Loch direkt neben einer alten Füllung sieht.
Er erklärt, dass er sofort bohren kann, bietet eine Betäubung an und sagt, es dauere nicht lange.
Lena nickt, die Spritze piekst kurz, und nach ein paar Minuten fühlt sich die halbe Wange taub an.
Während die Maschine surrt und sie starr an die Decke schaut, denkt sie: Hauptsache vorbei, dann gönne ich mir danach eine Suppe.
Am Ende füllt der Zahnarzt das Loch, poliert die Fläche und mahnt, öfter Zahnseide zu benutzen, damit so etwas nicht wieder passiert.
An der Rezeption zahlt sie nichts extra, bekommt einen Kontrolltermin in sechs Monaten und kauft auf dem Heimweg Kamillentee, weil der Mund noch taub ist.